Basilikachor St. Suitbertus Düsseldorf-Kaiserswerth
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Die Geschichte des Basilika-Chores

Der Chor wurde als Männergesangverein im Jahr 1850 gegründet. Erst sei 1940 ist er ein gemischer Chor. Im Jahr 1973 gab sich der Chor den Namen "Basilika-Chor St. Suitbertus Kaiserswerth". Dieser Name geht zurück auf den Titel des Kaiserswerther Domes "Basilika minor", der anlässlich des 1250. Todestages des Pfarrpatrons, des heiligen Suitbertus, im Jahr 1967 von Papst Paul VI. verliehen wurde.

Anlässlich des 120-jährigen Chor-Jubiläums 1970 wurde bei einem Festakt im Zollhaus dem Chor die Palestrina Medaille durch Generalpräses Dr. Lueger verliehen. Ein Jahr später erhielt der Chor die Zelter-Plakette mit einer Urkunde des Bundespräsidenten Gustav Heinemann.

Im Jahr 2000 feierte der Basilika-Chor St. Suitbertus Kaiserswerth sein 150 jähriges Bestehen.

 

Der Chor im Jubiläumsjahr




Das 150. Jubiläum im Jahr 2000

Im Jahr 2000 feierte der Basilika-Chor St. Suitbertus Kaiserswerth sein 150 jähriges Bestehen.

Mehr als 150 Jahre Chorgesang:

Heute im Jahr 2000 feiert der Basilika-Chor sein 150-jähriges Bestehen. Bei solcher Gelegenheit werden gerne die alten, noch vorhandenen Quellen über die vergangene Zeit befragt.
Die im Besitz des Chores und im Pfarrarchiv vorhandenen Unterlagen reichen aber nur über 120 Jahre zurück und somit ist ein genaues Gründungsdatum dort nicht zu finden. Doch gibt es für das Jahr 1925 ein Programmblatt zu den Feiern des 75-jährigen Bestehens.
Nun war die Frage, ob nicht doch an anderer Stelle etwas über die Gründung des Chores festgehalten ist. So gibt es tatsächlich verschiedene Schrfitstücke mit den handgeschriebenen sonntäglichen Verkündigungen (1) (Proclamanda) aus dieser Zeit. Für 1850 ist kein Hinweis auf einen Chor vermerkt, jedoch am dritten Sonntag nach Freifaltigkeit des Jahres 1852 findet sich ein solcher:
Heute Nachmittag nach der Complet Einsegnung der von dem kirchlichen Gesangverein angeschafften neuen Fahne.
Für seine Studien hat ein Historiker (2) in den letzten Jahren unser Archiv genutzt. Ihm verdanken wir zwei weitere Hinweise aus noch früherer Zeit.
Eine Pfarrchronik (3) berichtet für das Jahr 1845. Anschaffungen: Ein Flügel für die Übungen des kirchl. Gesangvereines.
Ein noch früherer Beleg ist ein Protokollbuch über die Versammlungen der Junggesellen-Sodalität zu Kaiserswerth (4) am 3. September 1843: "Weil mehrere von den, den 4. März d. J. ernannten Beamten, in den kirchlichen Gesangverein getreten, mußten die vakant gewordenen Stellen neu besetzt werden."
So darf das Jubiläum mit gutem Gewissen in diesem Jahr gefeiert werden.
Man sang nicht nur im kirchlichen Chor. Alte Akten der ehemaligen Stadt Kaiserswerth berichten von weiteren Sängern in ihren Mauern. Der Männergesangverein "Apollo" zu Kaiserswerth hat in Düsseldorf an einem "Gesang Wettstreite" teilgenommen und einen Preis erhalten. Das war im Jahre 1852. Der Verein hatte 16 aktive Mitglieder und sein "Versammlungslokal in einem Wirthshause, jedoch in einem besonderen Zimmer, das für andere Gäste nicht zugänglich ist". (5) Weiterhin gründete am 5. Februar 1857 Kaplan Dauzenberg in Kaiserswerth einen "Junggesellen-Verein". Dem Kaiserswerther Bürgermeister schickt er die Vereinstatuten und teilt weiter mit: "Das Versammlungslokal wird einstweilen bei der Frau Wwe. Heumann auf dem Kirchplatze sein." Im §6 der Statuten heißt es dann: "Die Versammlung wird mit Gesang eröffnet." Und weiter: "...wird auf für den nothwendigen Gesangunterricht gehörige Sorgfalt getragen werden." (6)
Letztlich hat bei dem schon genannten 75-jährigen Jubiläum des Chores im Jahre 1925 auch ein "Gemischter Chor Kaiserswerth" mitgewirkt.

Franz Josef Vogel

(1) Pfarrarchiv A815, (2) U. Brzosa, Düsseldorf, (3) Pfarrarchiv A559, (4) Pfarrarchive A752, (5) Stadtarchiv Düsseldorf, XVI A 1084, (6) Stadtarchiv Düsseldorf, XVI A 1084

(Quelle: Festschrift zum 150-jährigen Jubiläum des Basilikachores St. Suitbertus Kaiserswerth)

 

Auszug aus dem Grußwort des Pfarrers und Präses  Hermann Josef Schmitz zum 150 jährigen Jubiläum:

Unser Basilika-Chor gehört zu den ersten und ältesten weit und breit. In diesem Jahr hat er besonderen Grund zum Feiern: Denn seit 1850 singt er „zur Ehre Gottes und zur Heiligung der Gläubigen“. Mit diesen Worten jedenfalls beschreibt das II. Vatikanische Konzil das Ziel der Kirchenmusik sehr kurz und treffend. (SC 112)

Unsere Kaiserswerther Suitbertus-Gemeinde kann mit ihrer mehr als tausendjährigen Kloster- und Stifts-Tradition auf eine selten lange und einzigartige Geschichte der Kirchenmusik am Ort verweisen: Schon als der Hl. Suitbertus vor 1300 Jahren hier das erste Kloster nach der Regel des Hl. Benedikt begründete, sang er mit seinen Brüdern auf dem Werth im „Gregorianischen Choral“ das Gotteslob. Seitdem ist der Kirchengesang bei uns bis heute nicht verstummt – durch alle Friedens- und Kriegszeiten, durch die Zeiten von Reformation und Gegenreformation, durch alle Höhen und Tiefen der Geschichte hindurch.

Wenn je eine Gemeinde ein kirchenmusikalisches Erbe nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzugeben und weiterzuentwickeln hat, dann unsere Suitbertus-Gemeinde in Kaiserswerth: Denn hier bei uns sang Pfarrer Caspar Ulenberg (1576-83) mit unserer Gemeinde die ersten katholischen, deutschen Psalmenlieder. Sein Psalter ist ein kostbarer Traditionsschatz, der den geistlichen Reichtum unserer Gemeinde zeigt, auf dem wir uns freilich nicht ausruhen und mit dem wir uns nicht zufriedengeben können.
Wenige Jahre nach seiner Berufung zum Stiftsherrn in Köln wurde 1591 im Schatten unserer Basilika der größte Sohn unserer kleinen Stadt geboren – Jesuitenpater Friedrich Spee: Mitten im Dreißigjährigen Krieg war er nicht nur der feurige Anwalt der Menschenrechte in der Zeit des Hexenwahns, sondern zugleich auch in der Tradition von C. Ulenberg der begnadete Sänger der Schöpfer- und Erlöserliebe Gottes in seiner eigenen Liedersammlung „Trutznachtigall“. Aus dieser Liedersammlung singen wir nach wie vor unsere schönsten Kirchenlieder das ganze Kirchenjahr hindurch – für den deutschen Sprachraum tradiert im heutigen Gesangbuch, dem „Gotteslob“.

Die einen erwarten von unseren Kirchenchören höchste Perfektion und konzertreife „Aufführungen“ im Gottesdienst. Andere lehnen das Zwecklos-Schöne einer klassisch-hoher Musik-Kunst in der Kirche rundweg ab und propagieren eine Kirchen-Musik, die sich ausschließlich am „Gebrauch“ orientiert. Zur bloßen „Gebrauchs-Musik“ im Gottesdienst: „Der Rückzug ins Brauchbare hat die Liturgie nicht offener, nur ärmer gemacht. Die nötige Einfachheit ist durch Verarmung nicht herzustellen.“ (Kard. Ratzinger heute Papst Benedikt XVI.)

Das musikalische Programm im Jubiläumsjahr 2000:

05. März 2000 Suitbertus-Fest
"Messe in G - Dur" von F. Schubert
21. April 2000 Karfreitagsliturgie "Johannes Passion" von  H. Schütz
11. Juni 2000 Pfingstsonntag "Missa secunda" von  H.L. Haßler
22. Juni 2000
Fronleichnam "Missa in a" von P. Cannicciari
10. September 2000 Suitbertus- Fest Missa "O quam gloriosum" von L. da Victoria
23. September 2000 Abendmesse Bekannte und beliebte mehrstimmige Gesänge
01. November 2000 Festkonzert in der Suitbertus Basilika Kaiserswerth "Te Deum" von  M.A. Charpentier
"Krönungs-Messe" von  W.A. Mozart
Kantate "Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren"
von  J.S. Bach
25. November 2000 Pontifikalamt mit Firmung zum Abschluss des Jubiläumsjahres des Chores Neue Geistliche Lieder zusammen mit dem Kinderchor